Fragen zur Bibel

Fragen, die häufig gestellt werden.
Fragen, die auch gestellt werden sollten.


Diese Webseite möchte Fragen zur Bibel aus der Sicht der Bibel beantworten. Dabei soll das Wort Gottes durch das Wort Gottes erklärt werden, ganz im Sinne Martin Luthers: Die Schrift macht uns völlig gewiss, sie ist sehr leicht zu verstehen, sehr offenbar, sie interpretiert sich selbst, prüft alles in allen, beurteilt und erleuchtet (Luther, Assertio omnium articulorum, 1520). Oder, um es mit Psalm 119, 130 zu sagen: Wenn DEIN Wort offenbar wird, so erfreut es und macht klug die Einfältigen. Oder in den Worten von Paulus an Timotheus (2.Timotheus 3,15-17): Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist, da du weißt, von wem du es gelernt hast, (15) weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche dich weise machen können zum Heil durch den Glauben in Christus Jesus. Jede Schrift ist von Gottes Geist eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werke ausgerüstet.
Fragen und Kommentare zu Antworten oder auch Vorschläge zu weiteren Fragen und Antworten sind ausdrücklich ermutigt und willkommen unter Robert Zobel.





Jahreslosung 2016



Dies ist ein sehr emotionales Wort, das der Prophet im Auftrag Gottes sagt. Es kommt tief aus dem Herzen Gottes, der sich - trotz aller Verfehlungen seines Volkes - ihm immer wieder in herzlicher Liebe zuwendet. Es ist letztlich das Kreuz Christi, das hier sichtbar wird. … weiter…

If you prefer, you may read it in English at www.preach-the-word.net (It's only my poor English, so please be patient with me.)



Die Emotionalität dieses Satzes macht es uns zunächst einmal schwer, einen Zugang zu diesem Wort zu finden. Gott vergleicht sich mit einer Mutter. Mutter sein, das bedeutet doch:

  • Bruch in der Karriere
  • Einschränkungen beim Familieneinkommen
  • Probleme, einen vernünftigen Urlaub zu organisieren
  • Jagd nach einem Krippenplatz
  • … und dann immer dieses schlechte Gewissen, weil es da ja noch dieses andere Mutterbild gibt und man so viel mehr für die Kinder tun könnte …

Was lesen wir nicht alles über Familientragödien, weil Menschen mit dieser vielfältigen Belastung Beruf, Familie, gesellschaftliche Verpflichtung nicht zurecht kommen. Die moderne Frau, die hohe Führungspositionen einnimmt und gleichzeitig auch noch ihre Kinder groß zieht, sie ist nur schwer für dieses Bild der tröstenden Mutter heranzuziehen, das Gott für sein Verhältnis zu seinem auserwählten Volk gebraucht.
Haben wir es also mit einem Bild aus einer längst vergangenen Zeit zu tun? Waren wir also schlecht beraten, ausgerechnet diesen Text als Jahreslosung heranzuziehen.

Schauen wir einmal von der anderen Seite auf diesen Text: „Ich will euch trösten …“ spricht unser Gott.

Gott sieht, dass wir des Trostes bedürfen. Nicht nur eine Mutter, jeder kann sich zu jeder Zeit fragen, ob er genug getan, genug gearbeitet, genug geliebt, genug Freude und Optimismus ausgestrahlt hat. Wir können uns zu jeder Zeit die Frage stellen, ob wir unsere Zeit wirklich optimal genutzt haben, ob wir in diesem Beziehungsgeflecht, in diesem Netzwerk, in dem wir leben, unserer Verantwortung wirklich gerecht geworden sind. Mit diesem Beziehungsgeflecht sind nicht nur die Kinder gemeint, sondern ebenso Eltern, Freunde, Geschwister, Kollegen, alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen. Und dann beschleicht uns alle dieses Gefühl, dass wir zu wenig getan haben. Auch die Ausrede, dass der Tag eben nur 24 Stunden hat, zieht nicht, weil wir ja Prioritäten setzen können. Wer hat es nicht schon von seinem Chef zu hören bekommen, wenn er etwas nicht rechtzeitig abgeliefert hat, weil viele Kunden gleichzeitig bedient werden wollten: „Da haben Sie halt die falschen Prioritäten gesetzt.“ Das ist zwar kein guter Führungsstil, aber für einen Chef ein einfacher Weg, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Und es schmerzt insbesondere den guten Mitarbeiter, der sich bemüht hat, allen gerecht zu werden.

Gott will uns trösten, darüber trösten, dass wir es nicht so geschafft haben, wie wir uns das vorgenommen haben. Und wie tut eine Mutter das: Sie nimmt ihr Kind in den Arm, so dass es die Nähe und Wärme seiner Mutter spürt. Und wenn dies geschehen ist, dann ist das Kind auch wieder in der Lage, über das Geschehene zu sprechen. Dies ist nicht ein Privileg der Mütter allein, aber es wird von uns deshalb so intensiv empfunden, weil die Mutter unser aller Anfang ist. Und da sind wir wieder bei Gott, der ebenfalls unser aller Anfang ist, unser Schöpfer, der uns Begabungen gegeben und uns auch bestimmte Begabungen verweigert hat, der unseren Tag auf 24 Stunden festgelegt hat, der uns das Bedürfnis nach Ruhe, aber auch eine gewisse, begrenzte Kraft zum Arbeiten gegeben hat. Er kennt unsere Grenzen, die vermeintlichen, die wir setzen, weil unser Glaube so klein ist. Er kennt aber auch unsere objektiven Grenzen, weil er unser Schöpfer ist, weil er diese Grenzen gesetzt hat.

Der, der uns viel besser als unsere eigene Mutter kennt, er will auf uns zugehen, uns in seine Arme schließen und uns trösten über unser Versagen. Welch eine herrliche Verheißung, nicht nur für das Jahr 2016: Gott will zu uns kommen und uns in seine Arme schließen, damit wir wissen, woher wir kommen, damit wir mit uns selbst wieder in Einklang kommen. Wenn eine Mutter zu ihrem Kind sagt: „Dein Papa hat das auch nie geschafft, …“, dann lachen beide. Das Problem ist dann zwar noch nicht weg, aber die Perspektive ist eine andere. Ich merke, dass die Welt auch weiter geht, wenn ich das nicht schaffe. Und so will auch Gott uns zeigen, wo unser Glaube einfach noch nicht groß genug ist und wir noch viel mehr erreichen könnten, wenn wir denn glauben. Er will uns aber auch zeigen, wo wir uns selbst antreiben und damit nicht zu der Ruhe kommen, die er uns schenken möchte.

Möge das Jahr 2016 ein solches Jahr werden, in dem Sie in der Begegnung mit Gott Ruhe finden und sich auf das konzentrieren können, was in Gottes Augen wirklich Ihre Verpflichtungen sind, denn dies sind auch Ihre Begabungen, weil Gott Ihr Schöpfer ist.



Fragen zur Bibel




Wie kann ich Gott kennenlernen?

Es gibt immer weniger Menschen, die an Gott glauben. Und ganz offenbar leben sie auch ganz gut ohne Gott. Wenn es einen allmächtigen Gott gibt, wo offenbart er sich?

Gott offenbart sich in seinem Wort. Es ist sein Geheimnis, warum er so im Verborgenen handelt. Warum ist Jesus in Bethlehem geboren und nicht in Rom, der Hauptstadt der Welt? Warum steht er vor dem weltpolitisch völlig unbedeutenden Hohen Rat eines von Rom unterworfenen Staates und nicht vor dem Senat in Rom? Warum tut er nicht Wunder, wenn die Großen der Welt zuschauen, damit sie erkennen, dass er der allergrößte ist?

Diese Fragen rühren alle an das Geheimnis der Freiheit und des Glaubens. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden. (1.Timotheus 2,4) Aber er hat die Rettung der Menschen am Glauben des Menschen festgemacht. Als der Jünger Thomas seine Hände in die Wunden Jesu legen möchte, um zu erfahren, dass es wirklich Jesus ist, dass er wirklich auferstanden ist, da sagt Jesus zu ihm: „Weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du; selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Und in den Gleichnissen, die Jesus erzählt und Lukas im 18. Kapitel seines Evangeliums überliefert, stellt er die Frage: „Doch wenn des Menschen Sohn kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden?“(Lukas 18,8)

Da Gott solchen Nachdruck auf den Glauben legt, hat ER dem Menschen die Freiheit gegeben. Denn nur ein freier Mensch kann glauben. Was ist der Glaube eines Menschen wert, der erzwungen ist, weil andernfalls die Todesstrafe droht? Gott erzwingt unseren Glauben also nicht. Und dies bedeutet, dass wir Gott suchen müssen, weil er uns seine Vorstellungen nicht mit Gewalt aufzwingt. Es sind immer nur einzelne Ereignisse in unserem Leben, die uns auf Gott aufmerksam machen. Dann können wir weiter nachforschen oder wir überhören das Reden Gottes. Es bleibt unsere Entscheidung, die Gott auch hinnimmt, denn im allgemeinen wird kein Blitz vom Himmel einen Menschen treffen, nur weil er nicht auf Gott hört.

Trotzdem gibt es immer wieder Momente existenzieller Not, in denen Menschen sich an Gott wenden, beten, rufen. Viele vergessen es schnell wieder, wenn es ihnen dann wieder besser geht.

Die Bibel will uns deutlich machen, dass Gott am Anfang und Ende der Geschichte steht. ER ist der Schöpfer, ER ist es auch, der einmal bei den Erlösten wohnen wird.

Die Bibel ist das Buch, das die Spuren Gottes in der Welt sichtbar macht. Sie bringt uns das Handeln Gottes näher. Sie lehrt uns, wie Gott mit uns redet, was gut für uns ist. Damit ist die Bibel die Grundlage aller Erkenntnis, weil Gott selbst durch menschliche Zeugen dort zu uns spricht. Und deshalb soll die Bibel auch am Anfang unseres Fragens stehen. Kein Kommentar, kein Ausleger, kein begnadeter Prediger kann das persönliche Bibellesen ersetzen.

DIE BIBEL

Wie finde ich mich in der Bibel zurecht?

Manchmal erinnere ich mich an ein Wort, das ich schon einmal gehört habe, aber wenn ich es dann in der Bibel suche, finde ich es nicht. Was kann man da machen?

Es gibt viele Ansätze, das Suchen von Bibelstellen zu vereinfachen. Meist kennt man einen Vers so ungefähr, kann sich an einige Wörter erinnern. Diese Wörter helfen beim Suchen. Es gibt umfangreiche Konkordanzen, die zu den wichtigsten Wörtern der Bibel Listen mit Bibelstellen vorlegen, in denen das Wort vorkommt. Es gibt Begriffskonkordanzen, die dasselbe für Begriffe machen, also z.B. zum Begriff «Gnade» Bibelstellen angeben, die sich mit dieser Thematik unter verschiedenen Gesichtspunkten befassen.

Die Begriffskonkordanzen beinhalten häufig die ganze Lebenserfahrung eines Theologen. Die Wortkonkordanzen dagegen sind Fleißarbeiten, die man auch leicht einem Rechner übergeben kann.

Da sie beim Suchen so ungemein helfen, soll auch auf dieser Seite eine Konkordanz vorgelegt werden. Es gibt eine Hilfe zu der Konkordanz, die genau erklärt, wie man eine Suche durchführt.

Sie brauchen bei dieser Konkordanz nichts auf Ihren Rechner herunter zu laden, alles geschieht auf dem Server und Ihr Browser zeigt Ihnen dann das Ergebnis an.

Wortfeld-Konkordanz-Online

Wie finde ich einen Zugang zur Bibel, wenn ich noch ganz am Anfang stehe?

Wo fange ich an zu lesen? Die Geschichten am Anfang der Bibel sind mir reichlich fern. Und die Offenbarung am Ende der Bibel ist mir völlig unverständlich.

Es empfiehlt sich, mit einem Evangelium zu beginnen. Viele schlagen das Johannesevangelium vor, weil es uns tiefe Einlicke in das Leiden Jesu gibt.

Es beginnt mit den ersten Kontakten zu Johannes dem Täufer, der sich selbst als Jesu Vorläufer bezeichnet, der Jesus den Weg bereiten sollte. Dann führt Jesus ein Gespräch mit Nikodemus, einem Mitglied des Hohen Rates, der höchsten religiösen Instanz in Israel. Er kommt in der Nacht zu ihm, vielleicht, weil er eine ungestörte Gesprächsatmosphäre suchte, vielleicht aber auch, weil er sich vor seinen Kollegen fürchtet. In diesem Gespräch erklärt Jesus den Weg zu Gott, die Wiedergeburt aus dem Geist.

Weil Jesus Wunder tut, kommt es zu Auseinandersetzungen mit den Mächtigen der damaligen Zeit. Da das Volk diese Wunder sieht und anerkennt, dass er wohl von Gott sein muss, fühlen sich die Mächtigen in ihrer Autorität bedroht und wollen ihn umbringen. Fadenscheinige Gründe finden sie darin, weil Jesus etwa am Sabbat geheilt hat. Im 7. Kapitel kommt es zum ersten Konflikt. Allerdings scheitert der Versuch, ihn festzunehmen.

Die Auseinandersetzung wird immer schärfer. Mit der Auferweckung des Lazarus (Kapitel 11) erreicht sie ihren Höhepunkt. Damit hat er sich als der verheißene Messias erwiesen. Der Klerus kämpft verbissen dagegen an. Eine Anerkennung Jesu als Gottes Sohn ist für sie völlig ausgeschlossen. Und so diskutieren sie, ob sie Lazarus töten sollten, entscheiden sich dann aber, Jesus als Gotteslästerer anzuklagen und damit zum Tode zu verurteilen.

Im 13. Kapitel schildert Johannes dann das Abendmahl, das Jesus vor seiner Hinrichtung mit seinen Jüngern feiert. Dann schildert er fast minuziös, wie Jesu seine Jünger auf seinen Tod und die Zeit danach vorbereitet. Dieser Teil endet mit dem hohenpriesterlichen Gebet in Kapitel 17, wo er für die nach Pfingsten entstehende Gemeinde betet.

Tod und Auferstehung Jesu werden dann eindrücklich beschrieben, besonders die Zeugnisse, dass er wirklich tot war und wirklich auferstanden ist, stehen für Johannes im Vordergrund. Die Lügen des Klerus, der das, was er da erlebt hat, nicht wahr haben will, sind für Johannes kein Thema, wir finden sie bei Matthäus. Aber es werden eindeutige Zeugen für die Auferstehung benannt. Schon damals war es Johannes ein Anliegen das „ER ist wahrhaftig auferstanden“ ganz unmissverständlich darzustellen. Unglaube gab es zu allen Zeiten. Aber er schließt mit den Worten: (Diese Worte) sind geschrieben, damit ihr glaubet, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und daß ihr durch den Glauben Leben habet in seinem Namen. (Johannes 20, 31)

Das ist das Ziel: Die unmissverständliche Botschaft zu verkündigen, dass Jesus Christus von Gott gesandt ist, um uns mit Gott zu versöhnen.

Wie soll ich diesen Text lesen?

Einfach hintereinander weg lesen, wie Sie einen Zeitungsartikel lesen würden. Lesen Sie möglichst lange Abschnitte in einem Stück, damit Sie sich nicht an einzelnen Worten aufhalten, sondern erst einmal die Ereignisse und die damit verbundenen Gefühle der beteiligten Menschen aufnehmen. Die Fragen zu einzelnen Aspekten können warten.

Brauche ich einen Kommentar dazu?

Auf keinen Fall. Versuchen Sie alles zu vergessen, was Sie Gutes oder Schlechtes über die Bibel gehört haben und versuchen Sie die Geschichte so zu lesen, wie sie ein spannendes Buch lesen würden. Bei einem normalen Buch würden Sie sich ja auch nicht an Nebensächlich­keiten aufhalten, sondern sie würden weiterlesen, um etwa beim Krimi endlich heraus zu bekommen, wer der Mörder ist. Auch bei den Evangelien gilt, dass es auf das Ende ankommt, auf die Auferstehung und das Leben.

Bereits Luther hat sich in seinen Schriften Gedanken darüber gemacht, dass wir die Bibel nicht durch die Brille eines anderen Menschen sehen dürfen.
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Welche Übersetzung sollte ich nehmen?

Nehmen Sie die Übersetzung, die Ihnen von am verständlichsten erscheint. Blättern Sie einmal in einer christlichen Buchhand­lung in einigen Bibeln und schauen Sie, was Sie am besten verstehen. Erst, wenn Sie wirklich tief in einzelne Textpassagen einsteigen wollen, dann benötigen Sie möglichst exakte Übersetzungen. Dann reicht eine Übersetzung nicht aus, dann werden Sie mehrere Übersetzungen verglei­chen wollen, um ein möglichst unvorein­genom­menes Bild vom Text zu bekommen.

WIKIPEDIA gibt einen schönen Überblick über die Geschichte der Bibelübersetzungen.
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Und wie spricht Gott nun zu mir?

Lesen Sie den Text erst einmal unvorein­genom­men durch. Dann geben Sie dem Text Zeit, schlafen darüber, tuen ihre ganz normale Arbeit.
Dann werden Ihnen einzelne Abschnitte wieder in den Sinn kommen. Blättern Sie, um die Stellen wiederzufinden und lassen Sie sich vom Verhalten Jesu inspirieren, gerade auch deshalb, weil es manchmal so völlig anders ist als unsere üblichen Reaktionen.
Viele Texte werden Ihnen unverständlich erscheinen. Das wird bis an Ihr Lebensende so bleiben. Das Wunder besteht darin, dass uns immer mehr Bibelstellen deutlich werden. Wir verstehen plötzlich, was Jesus damit gemeint hat. Dies ging schon den Jüngern so. Irgend wann wird Ihnen klar, was ein Text für Sie bedeutet. Zeit und Stunde bestimmt Gott.

Kann man heute noch Erfahrungen mit Gott machen?

In der Bibel stehen großartige Dinge, da wird von Totenauferstehung, von Krankenheilung, von Prophetien gesprochen. Jesus war mitten unter den Jüngern und konnte ihnen mit göttlicher Autorität alle Fragen beantworten. Und heute erlebe ich eine Kirche, die ein gewaltiger Apparat ist, viele Traditionen hat und sich auf Dinge beruft, die 2000 Jahre zurückliegen. Gibt es heute noch Erfahrungen mit Gott, kann ich Erfahrungen mit Gott machen?

Erfahrungen mit Gott sind Grundlage und natürliche Folge des Glaubens

Führen wir uns vor Augen, wie die Welt des Glaubens entstanden ist. Da wird ein israelitisches Kind, Mose, am Hof des Pharao groß. Er lernt die Traditionen des alten Ägypten kennen, auch ihre vielfältige Götterwelt. Aber er weiß auch, dass er gar nicht dazugehört, sondern eigentlich zu dem Volk gehört, dass versklavt für den Pharao Pyramiden bauen muss. Im Zorn erschlägt er deshalb einen Ägypter, der einen Israeliten quält. Er muss fliehen.

In der Wüste auf der Halbinsel Sinai findet er Asyl. Weit weg vom pulsierenden Leben des ägyptischen Thrones hütet er Schafe. Irgendwann sieht er einen Dornenbusch, der brennt. Nichts besonderes, dass ein Dornbusch in der heißen Sonne brennt - aber er verbrennt nicht. Schließlich spricht Gott zu ihm aus diesem Dornenbusch. Er schickt ihn zurück an den Hof des Pharao, damit er die versklavten Israeliten befreit. Als Mose stirbt, hinterlässt er ein gewaltiges Gesetzeswerk für das Volk Israel, die Israeliten sind aus der ägyptischen Sklaverei befreit und Israel steht am Jordan, um das verheißene Land in Besitz zu nehmen.

Diese Geschichte habe ich erzählt, um deutlich zu machen, dass Gotteserfahrung und Glaube nicht aus dem Willen von Menschen entsteht. Gott entscheidet sich, er entscheidet, dass er sich offenbart, und Gott entscheidet über den Zeitpunkt, den Ort und die Art, wie er sich offenbart. Mose hat sich das nicht ausgesucht, sondern Gott hat ihn gerufen. Nicht Mose hat die Gesetze erfunden, sondern Gott hat sie ihm auf dem Sinai gegeben.

Im Gegenteil, Mose jammert.
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Nachdem wir durch die Gotteserfahrung Moses einige grundsätzliche Überlegungen zum Thema verdeutlich haben, wollen wir uns nun der eigentlichen Frage zuwenden, die wir in zwei Bereiche unterteilen.

Erfahrungen mit Gott beim Lesen der Bibel

Lesen im Wort Gottes ist die eigentliche Quelle für Gotteserfahrungen. Wir lesen das Wort Gottes oder hören es im Rahmen einer Predigt und merken plötzlich: Das meint mich. Das ist genau die Antwort auf eine Frage, die ich schon lange mit mir herumschleppe.

Apostelgeschichte 8 berichtet von einem äthiopischen Finanz­minister, der zur Anbetung nach Jerusalem gereist war und dort eine Jesaja-Buchrolle erworben hatte, in der er las. Gott sendet Philippus zu ihm. Der Finanzminister fragt ihn, was der Text wohl bedeutet. Philippus erklärt ihm, dass der Prophet von Jesus geredet hat, der jetzt, 700 Jahre später gekommen ist. Während er so über Jesaja und seine Weissagungen auf Jesus redet, hat der Finanzminister genau dieses Erlebnis: Der Philippus redet von mir. Und er sagt: Siehe, hier ist Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden? (Apostel­geschichte 8, 36) Er hat beim Lesen der Bibel die Erfahrung gemacht, dass Gott ihn ruft, und hat sich deshalb taufen lassen.

Manche nehmen die Bibel, schlagen sie auf und setzen dann das sinngemäß um, was sie als erstes lesen. Dahinter steht der Glaube, dass Gott ja weiß, dass ich jetzt eine Antwort suche. Deshalb kann er es so lenken, dass ich die richtige Antwort bekomme. Ich bin bei diesem Vorgehen ein wenig skeptisch. Es macht Gott verfügbar: „Ich will jetzt eine Antwort und werde sie erzwingen.“ Gott hat eigene Zeitvorstellungen, an denen wir nichts ändern können. Zunächst einmal ist nichts Falsches daran, wenn ich die Antwort zu einer Frage in der Bibel zu suchen. Meine persönliche Erfahrung sieht etwa folgendermaßen aus: Wenn ich eine Frage habe, dann passiert häufig erst einmal gar nichts, ich mache meine Arbeit wie üblich. Dann kommt mir eine Bibelstelle in den Sinn, von der ich das Empfinden habe, dass sie auf mein Anliegen passt. Dann lese ich diese Bibelstelle, lese vielleicht weiter, schaue mir ähnliche Stellen an und langsam formt sich eine Antwort.

Hier muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen, insbesondere, wie und wo ich in die Bibel einsteige, über die Psalmen, über ein Evangelium, über einen Brief. Wichtig ist, dass ich beim Lesen sensibel dafür bin, was Gott mir mit diesem Wort sagen will.

Erfahrungen mit Gott im Alltag

Bereits beim Abschnitt über die Erfahrungen mit Gott beim Lesen der Bibel haben wir entdeckt, wie wichtig Sensibilität für das Reden Gottes ist. Wenn ich die Bibel lese, dann ist diese Sensibilität natürlich größer als in einer ganz normalen Alltagssituation. Deswegen müssen wir uns zunächst einmal fragen, wie nahe oder wie fern ist mein Gott, wenn ich meiner ganz normalen Arbeit nachgehe. Ein guter Gradmesser für das, was im Herzen ist, ist das, was aus dem Mund herauskommt. Jesus sagt in einer Predigt: „ … was aber aus dem Munde herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen. Das ist's, was den Menschen verunreinigt;“ (Matthäus 15, 18ff). Was kommt aus meinem Mund heraus, wenn mir etwas unvorhergesehenes geschieht, wenn mich etwas ärgert? Wie kann ich erwarten, dass Gott in dieser Ausnahmesituation zu mir redet, wenn ich fluche, indem ich mich etwa auf das Endprodukt des Stoffwechsels beziehe oder gar den Namen Gottes missbrauche.

Erfahrungen mit Gott im Alltag werde ich sehr schnell machen, wenn ich ihn in meinen Alltag in meine Gottesbeziehung mit einbeziehe. Wenn also das Ärgerliche, das Unvorhergesehene passiert, dann kann ich innehalten und zunächst einmal für mich feststellen: „Gott, Du bist größer als dieses Missgeschick. Ich vertraue auf Dich.“ Und dann kann ich fragen: „Gott, was willst Du mir damit zeigen?“

Kinder, denen etwas Unvorhergesehenes passiert, rennen als allererstes zu den Eltern. So sollten auch wir, Gottes Kinder, als allererstes mit unseren Anliegen des Alltags zu unserem Vater laufen, noch bevor wir irgend einen Fluch über unsere Lippen bringen. Dies kann heißen, dass wir uns irgendwo hinsetzen und beten. Meist ist das aber gar nicht möglich und auch nicht nötig. Es kommt darauf an, dass wir offen sind für das, was Gott uns sagen will. Dann werden wir Erfahrungen mit Gott machen. Dann werden wir sein Reden hören und hinterher feststellen, wie gut es war, in diesem Moment nicht in Panik zu verfallen, sondern auf Gott zu hören.

Die großen Entscheidungen in meinem Leben sind eigentlich nie in großen Gebetsversammlungen gefallen, sondern es war irgendwo auf dem Wege.
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Darf man Gott um ein Zeichen bitten, damit man erfährt, dass es ihn gibt?

Eigentlich befriedigt mich die Antwort auf die Frage „Kann man heute noch Erfahrungen mit Gott machen?“ nicht. Die Beispiele betreffen ja Menschen, die glauben, dass es Gott gibt. Ein Freund hat mir gesagt, man solle und dürfe Gott um ein Zeichen bitten, damit man die Erfahrung macht, dass Gott handelt. Wie steht es damit? Darf man das?

Zunächst einmal gilt, dass Gott von sich aus Zeichen gibt, wenn er Menschen beruft. Menschen sind von den Zeichen, die Gott ihnen gab, häufig überrumpelt worden, haben es gar nicht ernsthaft erbeten, sondern sind von Gott aus ihren persönlichen Verhältnissen herausgerufen worden und ihm gefolgt, oder auch nicht gefolgt.
Andererseits gilt: Gott lässt sich nicht zwingen. Die Menschen, die Jesus am Kreuz verspotten, erhalten kein Zeichen der Macht Jesu: Die aber vorübergingen, lästerten ihn, schüttelten die Köpfe und sprachen: Der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust, hilf dir selbst! Bist du Gottes Sohn, so steig vom Kreuze herab! Gleicherweise spotteten auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Ist er der König Israels, so steige er nun vom Kreuz herab, so wollen wir ihm glauben! (Matthäus 27,39ff)
Aber es gibt auch Beispiele, wo Menschen aktiv Zeichen erbeten und auch bekommen haben.
Insgesamt lautet die Antwort: „JA, man darf Zeichen erbitten.“ Eine Einschränkung gilt nur für die, die aus einem Hochmut heraus Zeichen einfordern. Da gilt das Wort: Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade (Jakobus 4,6 und 1.Petrus 5,5).
Aus persönlicher Erfahrung möchte ich hinzufügen: Zeit und Art der Antwort bestimmt Gott selbst. Er weiß besser als wir, wann wir die Antwort brauchen und auch, wann wir sie verkraften können. Denn dies gilt es auch zu bedenken: Eine Begegnung mit Gott verändert und kostet deshalb Kraft.

An vielen Beispielen aus der Bibel kann man erkennen, dass Gott Menschen, die er in bestimmte Aufgaben beruft, durchaus Zeichen gibt, ebenso Menschen, die in Not sind. Dabei sollte der Begriff «Not» nicht zu eng gefasst werden. Der Mensch, den nach der Nähe Gottes verlangt, der diese Nähe Gottes spüren und erfahren möchte, ist in einer inneren Not, die Gott durchaus zum Handeln veranlasst. Der kalte Rechner allerdings, der alles ignoriert, was gewesen ist, sondern nur sein persönliches Erlebnis eines Wunders vor Augen hat, dieser Mensch wird kein Zeichen bekommen, außer dem Zeichen des Jona: Er soll aus der Tatsache, dass Jesus nach drei Tagen auferstanden ist, seine Schlüsse ziehen.
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Wie ist das mit den vielen Geboten, die in der Bibel stehen? Gibt es einen Menschen, der die alle kennt? Kann man, muss man die alle einhalten? Ich würde ja gerne Christ sein, aber die vielen Gebote halten, das kann ich nicht …

Immer wieder ist in der Bibel vom ewigen Leben die Rede? Was meint die Bibel damit. Auch die großen Gottesmänner wie Petrus und Paulus sind doch gestorben.

Pietistische Christen kommen mir reichlich merkwürdig und irgendwie so vor, als wären sie nicht auf dieser Welt. Viele rauchen nicht, wenn sie trinken, dann nur heimlich zu Hause. Dann sind sie immer so betont freundlich, ich bin nicht sicher, ob das immer echt ist. Mir gefallen die Predigten, da ist manchmal viel Stoff zum Nachdenken, aber so wie die Menschen dort sind, ich weiß nicht, ob ich das könnte.
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Ewiges Leben? Was bedeutet das? Und was muss ich tun, um das ewige Leben zu haben?

Immer wieder ist in der Bibel vom ewigen Leben die Rede? Was meint die Bibel damit. Auch die großen Gottesmänner wie Petrus und Paulus sind doch gestorben.

Auf diese Frage geht Jesus ein, als der Pharisäer Nikodemus zu Jesus kommt und Jesus auf die großen Zeichen anspricht, die er getan hat und die doch eigentlich nur ein Mann Gottes tun kann. Die Bibel berichtet über dieses Gespräch in Johannes 3, 1-21.
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Wie erkenne ich Gottes Willen?

In der Bibel gibt es Berufungen von Menschen. Propheten sagen den Königen ihrer Zeit ganz genau, was sie zu tun haben. Wie erfahre ich, was Gott von mir will, was ich tun soll?

Dieses wird das nächste Thema. Bis es fertiggestellt ist, schauen Sie bitte auf der Webseite Predige-das-Wort nach dem entsprechenden Thema:
Predige-das-Wort.de




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Dort finden Sie auch einiges über meine Motivation

Für Fragen oder Anregungen bin ich dankbar. Bitte verwenden Sie dafür die Mailadresse dieser Webseite info@fragen-zur-bibel.de. Ich werde so schnell wie möglich antworten.

Herzliche Grüße
Robert Zobel